Ein Wasserschaden hinter der Wand, dunkle Flecken im Schlafzimmer oder Rußablagerungen nach einem Brand: Schäden in Wohnräumen sind nicht immer auf den ersten Blick in ihrem gesamten Ausmaß erkennbar. Genau darin liegt ein großes Risiko. Denn Feuchtigkeit, Schimmelsporen oder Rußrückstände können die Raumluft belasten und gesundheitliche Beschwerden begünstigen. Eine professionelle Sanierung dient deshalb nicht nur dem Werterhalt einer Immobilie, sondern trägt auch wesentlich dazu bei, wieder ein gesundes Wohnumfeld herzustellen.
„Wer nur den sichtbaren Schaden entfernt, der saniert nicht, sondern kaschiert. Der Gefahrenherd verschwindet nicht, nur weil man ihn nicht mehr sieht. So kann durch eine unsachgemäße Sanierung aus einem Schaden an der Immobilie ein ernst zu nehmendes Risiko für die Gesundheit werden”, warnt Martin Zagler, Gründer und Geschäftsführer von SOLUTO.
Schimmel in der Wand: Unsichtbar heißt nicht ungefährlich
Besonders drastisch zeigt sich der Zusammenhang zwischen Sanierung und Gesundheit beim Schimmelbefall. Undichte Leitungen, ein unbemerkter Wasserschaden oder dauerhaft hohe Feuchtigkeit schaffen ideale Bedingungen für einen Befall. Wer den sichtbaren Schimmel abwischt oder übermalt, lässt die Ursache unangetastet. In Folge kann der Befall zurückkehren und sich hinter Wänden, Böden oder Möbeln ausbreiten und dauerhaft Sporen an die Raumluft abgeben.
In Innenräumen kann Schimmel verschiedene gesundheitliche Folgen haben und Reizungen der Augen und Atemwege hervorrufen oder gar asthmatische Beschwerden verstärken. Besonders aufmerksam sollten Personen mit Allergien oder Atemwegserkrankungen sein. „Gerade bei Schimmel ist es wichtig, dass nicht nur der oberflächliche Schimmel entfernt wird, sondern die ursächliche Feuchtigkeitsquelle identifiziert und der betroffene Bereich fachgerecht getrocknet wird. Besonders belastetes Material sollte professionell behandelt oder entfernt werden. Wer hier improvisiert, riskiert, dass der Schimmel bleibt und mit ihm die gesundheitliche Belastung”, erläutert Zagler.
Bei Wasserschäden ist häufig nicht nur Schimmel ein Problem. Dringt Feuchtigkeit tief in Decken, Wände oder tragende Bauteile, kann langfristig auch die Bausubstanz Schaden nehmen. Im schlimmsten Fall können Stabilität und Tragfähigkeit einzelner Bauteile beeinträchtigt werden. Wer den Nachbarn keinen Besuch durch die Zimmerdecke abstatten möchte, sollte hier bereits früher aufmerksam werden.
Nach dem Brand: Unsichtbare Rückstände ernst nehmen
Auch nach einem Brand täuscht der erste Eindruck oft. Sobald die Flammen gelöscht sind und der Rauch abgezogen ist, scheint die unmittelbare Gefahr gebannt. Bei einem Brand entstehen jedoch Ruß, Rauchkondensate und weitere Verbrennungsprodukte, die sich auf Oberflächen ablagern können oder tief in Materialien zurückbleiben. Welche Stoffe dabei entstehen, hängt unter anderem davon ab, welche Materialien verbrannt sind. Deshalb sollten betroffene Räume nach einem Brand nicht vorschnell wieder genutzt werden. Eine eigenständige Entfernung der Brandreste kann das Problem sogar verschlimmern, wenn Partikel aufgewirbelt und in Materialien eingearbeitet oder weiter verteilt werden. Aus einem lokal begrenzten Brandschaden kann so eine großflächige Kontamination resultieren.
„Nach einem Brand reicht Putzen nicht. Es braucht eine fachliche Bewertung, eine kontrollierte Reinigung und, abhängig von dem Ausmaß des Schadens, eine Entfernung belasteter Materialien. Erst dann lässt sich seriös beurteilen, ob Räume wieder genutzt werden können”, weiß der Sanierungsprofi.
Überstreichen, abwarten oder selbst machen: Drei folgenschwere Fehler
Ob Brand, Wasser oder Schimmel: Wer nur beseitigt, was sichtbar ist, lässt den eigentlichen Schaden häufig unangetastet. Überstreichen, oberflächliches Reinigen oder langes Abwarten können dazu führen, dass Warnzeichen verdeckt werden, Feuchtigkeit und Schimmel sich ausbreiten oder Schadstoffe verteilt und die spätere Sanierung erschwert wird.
Eine professionelle Schadenssanierung beginnt deshalb mit Ursachenforschung: Woher kommt die Feuchtigkeit? Welche Bauteile sind betroffen? Welche Rückstände müssen entfernt werden? Wie lässt sich kontrollieren, ob Trocknung und Reinigung erfolgreich waren? Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, ist der Schaden nicht nur optisch verschwunden, sondern fachgerecht behoben.
„Ein gesundes Zuhause braucht eine gesunde Bausubstanz. Wer bei der Sanierung spart, verschiebt das Problem und riskiert neben höheren Folgekosten auch gesundheitliche Konsequenzen. Nach einem Brand-, Wasser- oder Schimmelbefall sollte daher so früh wie möglich professionelle Hilfe herangezogen werden”, schließt Zagler ab.