Dario Wilding, Head of External Communications bei kununu (c) kununu
Wien, am 8. Juni 2026. Insgesamt wurden 196.102 kununu-Bewertungen untersucht, die im Zeitraum vom 1. Jänner 2023 bis zum 31. Dezember 2025 in Österreich abgegeben wurden. In 1.857 dieser Bewertungen, äußerten sich Nutzer:innen zu ihren Offboarding-Erfahrungen. Analysiert wurden Begriffe, die thematisch mit dem Ende eines Beschäftigungsverhältnisses zusammenhängen, darunter: Austritt, Offboarding, Kündigung, letzter Arbeitstag und Abschied.
Obwohl nur knapp ein Prozent (konkret 0,95 Prozent) der untersuchten Bewertungen entsprechende Nennungen enthielten, zeichnen diese Daten ein klares Bild: In der Regel fällt eine Bewertung deutlich schlechter aus, sobald Offboarding in ihr Erwähnung findet. So sinkt beispielsweise die durchschnittliche Weiterempfehlungsrate von 71,4 Prozent auf nur noch 20,1 Prozent. Auch die Auswirkungen auf den „kununu Score“ sind massiv – das heißt auf die Gesamtbewertung eines Arbeitgebers, die sich aus Kategorien wie beispielsweise Gehalt, Work-Life-Balance und Arbeitsbedingungen zusammensetzt. Solche Gesamt-Reviews mit Offboarding-Bezug erreichen im Schnitt nur 2,47 von 5 Sternen – gegenüber 3,78 Sternen ohne Offboarding-Nennung.
„Die Zahlen legen nahe, dass man Offboarding nicht rein als administrativen Abschluss und lästige Pflicht sehen sollte, sondern als strategischen Bestandteil des Employer Brandings. Der letzte Eindruck, den ein Unternehmen hinterlässt, wirkt oft nachhaltiger als der erste – und zahlt auf die Strahlkraft eines Unternehmens auf dem Arbeitsmarkt ein“, so Dario Wilding.
Eine Frage der Unternehmenskultur
Arbeitnehmer:innen, die eine schlechte Exit-Erfahrung machen, bewerten ihren Arbeitgeber vor allem in den Kategorien Arbeitsatmosphäre, Kommunikation und Vorgesetztenverhalten negativ, die allesamt in den Bereich der Unternehmenskultur fallen. Gerade dieser Bereich gewinnt jedoch für junge Fachkräfte, um die heftig auf dem Arbeitsmarkt gebuhlt wird, zunehmend an Bedeutung, denn ehemalige Mitarbeiter:innen bleiben wichtige Markenbotschafter:innen oder potenzielle Rückkehrer:innen. Ihr Austritt prägt nachhaltig, wie über das Unternehmen gesprochen wird.
„Wird Kritik am Offboarding geäußert, geht es in den meisten Fällen nicht um formale Prozesse, sondern um die Erfahrung rund um die Kündigung. Angekreidet werden in dieser Hinsicht meist mangelnde Kommunikation, fehlende Transparenz und geringe Wertschätzung beim Abschied – allesamt Red Flags für junge Fachkräfte, denen bei der Jobwahl aktuell viele Möglichkeiten offenstehen“, erklärt Dario Wilding.
Entsprechend abschreckend wirken Erfahrungsberichte wie die folgenden (sinngemäß zusammengekürzt aus österreichischen Reviews auf kununu):
- „Die Kündigung kam völlig überraschend und wurde sehr unpersönlich abgewickelt.“
- „Beim Austritt herrschte Chaos – keine klare Übergabe, keine Information, einfach nur schnell weg.“
- „Nach der Kündigung wurde man komplett ignoriert, keinerlei Wertschätzung oder Feedback.“
Generell werde über Offboarding zu wenig gesprochen und in Folge auch nicht genügend Ressourcen dafür aufgebracht, so Wilding. „Unternehmen, die nach dem Prinzip ‚Aus den Augen, aus dem Sinn‘ agieren, laufen hier Gefahr, ins Hintertreffen zu geraten. Viele Jobsuchende informieren sich heutzutage sehr genau über potenzielle künftige Arbeitgeber und ihren Umgang mit der Belegschaft. Die Plattform kununu versteht sich diesbezüglich als Bindeglied zwischen Arbeitgebern und Mitarbeiter:innen.“