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Nach den Midterms: Wer kauft Bitcoin nach der Wahl?

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Welche Entwicklungen prägen den Krypto-Markt und haben langfristige Relevanz? Worauf sollten Krypto-Enthusiasten, -Anleger und -Besitzer aktuell achten? Das erläutert Adrian Fritz, Vice President und Chief Investment Strategist des Krypto-ETP-Emittenten 21shares, in seinem kompakten, regelmäßig erscheinenden Überblick.

5. November 2026
 

Bitcoin ist nach den US-Zwischenwahlen wieder auf über 80.000 US-Dollar gestiegen, doch die eigentliche Bewährungsprobe steht noch bevor. Während die neuen Mehrheitsverhältnisse im Kongress die weitere Kryptoregulierung verlangsamen könnten, zeigt sich die institutionelle Nachfrage weiterhin zurückhaltend. Die Frage ist deshalb nicht nur, wie die Märkte auf den Wahlausgang reagieren, sondern vor allem, wer die nächste Bitcoin-Rallye finanzieren soll. Unser aktueller November Outlook analysiert dazu die ETF-Kapitalströme und die entscheidenden Faktoren für eine nachhaltige Kurserholung.

Erleichterung statt Euphorie: Was der Wahlausgang bedeutet

Die Demokraten haben bei den Midterms am 3. November die Mehrheit im Repräsentantenhaus gewonnen. In der Wahlnacht fiel Bitcoin zunächst auf rund 75.600 US-Dollar, am Mittwoch stieg der Kurs wieder über 80.000 US-Dollar. Getragen wurde die Erholung weniger vom Ergebnis selbst, das die Prognosemärkte weitgehend erwartet hatten, als vom Ende der Unsicherheit und der Auflösung von Short-Positionen. In Sachen Pro-Krypto-Regulierung könnte die Sache jedoch komplexer werden: Der CLARITY Act, ein 2025 erstmals vom Kongress verabschiedetes,  umfassendes Marktstrukturgesetz für digitale Vermögenswerte, braucht nun parteiübergreifende Kompromisse und muss im neuen Kongress ab Januar wohl neu anlaufen. Die ebenfalls laufenden Krypto-Regulierungsvorhaben der Aufsichtsbehörden SEC, CFTC und OCC hängen davon allerdings nicht ab und können ungestört weitergehen. Und die wichtigste Bitcoin-Käufergruppe der vergangenen Jahre hält sich aktuell zurück. Nach Zuflüssen von 2,6 Milliarden US-Dollar im September verzeichneten die US-Spot-Bitcoin-ETFs im Oktober Nettoabflüsse von rund 290 Millionen US-Dollar.

Auch rund um die Wahl überwogen die Abflüsse: In den fünf Handelstagen bis zum 4. November summierten sich die Nettoabflüsse laut Daten von Trader T auf rund 1,07 Milliarden US-Dollar, so viel wie seit Anfang Juli nicht mehr. Am 4. November, dem Tag nach der Wahl, flossen zwar erstmals seit drei Handelstagen wieder netto rund 75 Millionen US-Dollar zu, der größte Fonds, BlackRocks IBIT, verlor jedoch zugleich rund 200 Millionen US-Dollar. Hinzu kommt: Der durchschnittliche Einstiegspreis der ETF-Anleger liegt bei rund 82.000 US-Dollar, also knapp über dem aktuellen Kurs. Ob diese Anleger beim Erreichen ihrer Gewinnschwelle verkaufen oder nachkaufen, ist aus unserer Sicht der wichtigste Indikator für die kommenden Wochen.


Kapitalflüsse der Bitcoin-ETFs: Die institutionelle Nachfrage bleibt verhalten. Quelle: 21shares Research, Bitcoin-Ausblick

Treasury-Unternehmen und Hebel: Keine verlässlichen Käufer

Auch die Bitcoin-Treasury-Unternehmen, die zuletzt große Mengen gekauft haben, stehen unter Druck. Ihr durchschnittlicher Einstiegspreis liegt bei rund 80.000 US-Dollar. Am 11. November entscheidet zudem der Indexanbieter MSCI, ob Unternehmen wie Strategy aus seinen Indizes entfernt werden, das könnte deren weitere Käufe bremsen. Am Derivatemarkt wurde zuletzt wieder mehr Hebel aufgebaut, gleichzeitig ist die Nachfrage nach Absicherung gegen Kursverluste gestiegen. Kursgewinne, die vor allem aus aufgelösten Short-Positionen entstehen, ersetzen jedoch keine nachhaltige Nachfrage.

Fazit: Die weitere Erholung braucht frisches Kapital

Die Wahl hat eine Unsicherheit beseitigt, aber keine neuen Käufer gebracht. Für eine nachhaltige Erholung braucht es aus unserer Sicht vor allem eines: die Rückkehr stabiler ETF-Zuflüsse. Gelingt das und überwindet Bitcoin die Marke von 82.000 US-Dollar, verbessert sich das Bild deutlich. Entscheidend sind dabei auch die US-Arbeitsmarktdaten am 6. und die Inflationsdaten am 10. November, die die Erwartungen an eine Zinserhöhung im Dezember prägen dürften. Fällt Bitcoin dagegen unter die Zone zwischen 76.000 und 78.000 US-Dollar zurück, wäre ein Test des 200-Tage-Durchschnitts bei rund 73.000 US-Dollar wahrscheinlich.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in den aktuellen Research Insights von 21shares.

21shares ist ein weltweit führender Anbieter von börsengehandelten Produkten (ETPs), der einen liquiden Zugang zu digitalen Vermögenswerten und Multi-Asset-Strategien ermöglicht. 21shares notiert innovative Finanzprodukte an bedeutenden Börsen weltweit. Das Unternehmen ist als unabhängige Geschäftseinheit innerhalb von FalconX tätig, einem der weltweit größten Prime Broker für digitale Vermögenswerte.  Weitere Informationen unter https://21shares.com/.

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