Auktionator Wolfgang Pauritsch (am Pult, Mitte) erteilt den Zuschlag für die Leica MP-33 (c) Christoph Welkovits/Leitz Photographica Auction
Wien/Wetzlar, am 13. Juni 2026. „Wir nehmen es mit Freude zur Kenntnis und sehen es zugleich als Bestätigung der intensiven Arbeit der letzten Jahre, dass die Begeisterung für historische Kameras und historisches Kamera-Zubehör ungebrochen hoch ist“, erklärt Alexander Sedlak, Geschäftsführer des Auktionshauses Leitz Photographica Auction. Raritäten und Sondereditionen seien auch bei den jüngeren Modellen zunehmend gefragt.
Während man bereits mit einem vierstelligen Eurobetrag eine seltene Kamera ersteigern kann, die sich nicht nur als Sammel- sondern potenziell auch als Anlageobjekt eignet, sind es aber weiterhin die Geräte im fünf- und sechsstelligen Bereich, die bei den Versteigerungen für das größte Aufsehen sorgen. Die Highlights der 48. Leitz Photographica Auction führte die Leica MP-33 aus dem Jahr 1957 an.
Rarität in Schwarz(lack)
Mit einer Gesamtproduktion von lediglich 402 Exemplaren – davon nur 141 schwarz lackiert – zählt die „M Professional“ (MP) zu den seltensten je gefertigten Leica Kameras. Speziell für die Reportage-Fotografie entwickelt, geht ihr Konzept auf die Anregungen namhafter amerikanischer Pressefotografen wie Alfred Eisenstaedt und David Douglas Duncan zurück, die ihre M-Kameras mit den funktionalen Vorteilen des Leicavit-Schnellaufzugs kombinieren wollten, der zuvor ausschließlich für die Leica IIIf verfügbar war. Das nun versteigerte Exemplar mit der Seriennummer MP-33 wurde am 29. Juli 1957 an den Leica-Vertreter Brandt in Schweden ausgeliefert und bei der Auktion mit einem passenden Leicavit in Schwarzlack sowie einem Summicron 2/5cm Objektiv (Nr. 1474885) in Schwarzlack mit Messingfassung angeboten. Die Leica MP-33 erzielte letztlich ein Ergebnis von 600.000 Euro inklusive Premium.
Experimenteller Prototyp mit besonderer Seriennummer
Als Entwicklungsstufe der Schraubgewinde-Kameras, die Leica bis in die 1950er produzierte, ist der Leica Ig Prototyp Nr. 750000 ein außergewöhnliches (Einzel-)Stück Fotografie-Geschichte. Um 1953 hergestellt, weist die experimentelle Kamera ein vollständig eigenständiges Design der Deckkappe auf, und vereint stilistische und konstruktive Elemente der Modelle Leica Ic, If und Ig zu einer einzigen Übergangskonfiguration. Die markant erhöhte Blitzplattform — im Gegensatz zur üblichen flachen Deckkappe der serienmäßigen Ig — verleiht der Kamera ihr charakteristisches Erscheinungsbild. Für Sammlerinnen und Sammler ist sie zudem durch die besondere, runde Seriennummer 750000 interessant. Das zeichnete sich auch bereits bei den Vorgeboten für den Prototyp ab, der letztlich einen Preis von 540.000 Euro inklusive Premium erzielte.
Leica IIIb black paint
Die Leica IIIb wurde zwischen 1938 und 1941 produziert und ist üblicherweise in verchromter Ausführung zu finden. In den Leica Archiven ist dokumentiert, dass lediglich fünf Exemplare mit den Seriennummern 295301–295305 in Schwarzlack gefertigt und am 3. September 1938 unter dem Codenamen „LUDOO schwarz“ nach New York geliefert wurden. Das nun versteigerte Exemplar mit der Seriennummer 295302 wurde gemeinsam mit einem Leitz Summar 2/5 cm Objektiv (Seriennummer 496615), sowie einer speziellen schwarzen Ledertasche mit der korrekten 1/4-Zoll-Stativschraube angeboten, mit der diese seltene Kamera ausgeliefert wurde. Die Leica IIIb Black Paint erzielte letztlich mit 312.000 Euro fast das Zehnfache ihres Schätzpreises (32.000 bis 36.000 Euro).
Auch jüngere Modelle mit Seltenheitswert
Dass auch Kameras, die innerhalb der letzten zehn Jahre produziert wurden, eine hohe Nachfrage generieren können, stellten unter anderem das Leica M6 Black Paint 'Leitz Auction' Set und die Leica M Edition 70 unter Beweis. Als Teil einer auf 20 Stück limitierten Edition, kostete das Set in seinem Erscheinungsjahr (2023) 25.980 Euro und erzielte nun bereits 48.000 Euro inklusive Premium. Die Leica M Edition 70 (2024) verbuchte ebenfalls einen Preisanstieg – sie übertraf mit einem Erlös von 36.000 Euro inklusive Premium ihren ursprünglichen Verkaufspreis von 22.500 Euro deutlich. Als noch begehrter erwies sich das Leica MP 10323 ‚Meister Edition Berlin‘ Outfit. 2017 anlässlich des 10-Jahr-Jubiläums des Leica Stores Berlin in einer Edition von zehn Stück aufgelegt, hatte das Outfit seinen Schätzwert von 26.000 bis 30.000 Euro bereits bei den Vorgeboten deutlich übertroffen und wurde letztlich um 132.000 Euro inklusive Premium versteigert.
Charity Los für „Licht ins Dunkel“
Für den guten Zweck versteigerte Leitz Photographica Auction einen Prototyp der Leica M10-P Safari. Dieser unterscheidet sich durch seine deutlich hellere grüne Lackierung vom Serienmodell, das in einem dunkleren, gedeckteren Farbton auf den Markt kam. Die Kamera trägt die Prototypen-Nummer P08/08 unter der Bodenplatte und bietet einen seltenen Einblick in den Entwicklungsprozess einer der beliebtesten modernen Sondereditionen von Leica. Die Kamera wurde vom Auktionshaus zur Verfügung gestellt und ohne Premium versteigert. Der Gesamterlös von 16.000 Euro geht an die Wohltätigkeitsorganisation „Licht ins Dunkel“.
Live vor Ort, schriftlich, online oder telefonisch
Im Herbst organisiert das Auktionshaus Leitz Photographica Auction zwei weitere Versteigerungen. Am 9. Oktober findet die Fotografie-Auktion „Perspectives“ in der Leica Galerie Wien statt. Am 28. November folgt die 49. Leitz Photographica Auction, erneut in der Leica Welt in Wetzlar.
Wie immer können Gebote vorab online (
www.leitz-auction.com), schriftlich oder telefonisch eingereicht werden. Live-Gebote während der Auktion sind auf www.leitz-auction.com und www.liveauctioneers.com möglich.
[1] Das Aufgeld von 20 Prozent des Hammerpreises, das an das Auktionshaus geht.