Sandra Bascha, External Communications von kununu (c) Rafaela Pröll
Wien, am 23. September 2026. Auf der Arbeitgeber-Vergleichsplattform kununu werden Unternehmen von Bewerber:innen, aktuellen Angestellten und ehemaligen Mitarbeiter:innen in bis zu 13 Dimensionen bewertet. Die Skala reicht von einem Stern (sehr schlecht) bis fünf Sterne (sehr gut). Für den einmal im Jahr erscheinenden „Zufriedenheitsatlas“ analysiert kununu, wie hoch der Anteil der Bewertungen mit mindestens vier Sternen ist – und zwar auf Branchen, bevölkerungsreiche Städte, Bundesländer sowie ganz Österreich gerechnet. Für
die heurige Analyse wurden insgesamt über 78.000 Datenpunkte, sprich ebenso viele separate Bewertungen (aus dem Zeitraum von 1. Juli 2025 bis 30. Juni 2026) ausgewertet.
Salzburg und Villach voran
Wie schon im Vorjahr führt Salzburg das Bundesländer-Ranking an. Ganze 58,8 Prozent der Bewertungen fallen hier gut oder sehr gut aus. Im Vergleich zu 2025 (59,2 Prozent) ist dennoch ein leichter Rückgang zu bemerken. Deutlich größer fällt dieser Rückgang in Vorarlberg (von 58,4 auf 56,8 Prozent) und Oberösterreich (von 58,1 auf 56,2 Prozent) aus. Die beiden Bundesländer fallen damit auf die Ränge vier und fünf zurück. Neu in den Top 3 sind hingegen Tirol (mit einem Anstieg von 57,2 auf 57,5 Prozent) und die Steiermark (von 56,2 auf 56,8 Prozent). Wien (von 55,1 auf 53,6 Prozent) landet erneut auf dem sechsten Platz. Niederösterreich konnte zwar leicht zulegen (von 51,8 auf 51,9 Prozent), fällt aber ans Ende des Rankings zurück und löst damit das Burgenland ab, das sich von 51,7 auf 53,4 Prozent verbesserte und 2026 den siebten Rang einnimmt. Kärnten fällt von 54,7 auf 53 Prozent und rutscht damit von Platz sieben auf Platz acht.
Im Vergleich der zehn bevölkerungsreichsten Städte Österreichs reicht es für Wien gar nur für Platz acht. Hier haben Villach (von 61 auf 59,9 Prozent), Dornbirn (von 56,9 auf 58,9 Prozent) und Salzburg (von 58,1 auf 57,9 Prozent) die Podestplätze inne. Villach und Salzburg halten damit ihre Positionen aus 2025, der Vorjahreszweite Linz (von 60,3 auf 57,9 Prozent) fällt hingegen auf Platz vier zurück. Auch am Tabellenende gibt es Veränderungen. Wels (von 51,1 auf 53,6 Prozent) klettert vom zehnten auf den siebten Rang. Dahinter liegen Wien (von 55,1 auf 53,6 Prozent), St. Pölten (von 53,9 auf 53,2 Prozent) und Klagenfurt (von 52,3 auf 50,2 Prozent).
Zufriedenheit sinkt das vierte Jahr in Folge
Die Branchen mit den zufriedensten Arbeitnehmer:innen sind wie im Vorjahr Versicherung, Banken und IT. Der Sektor Versicherung behauptet nicht nur Platz eins, sondern konnte 2026 sogar noch mehr gute und sehr gute Bewertungen verbuchen als 2025 (ein Anstieg von 70,5 auf 72,3 Prozent). IT (mit einem steilen Sinkflug von 70,3 auf 64,9 Prozent) und Banken (66,2 auf 65,6 Prozent) komplettieren die Top 3, tauschen gegenüber dem Vorjahr jedoch die Plätze. Am Ende des Feldes konnte der Gastronomie-Sektor zwar leicht zulegen (von 44,6 auf 44,8 Prozent), bildet aber nach wie vor das Schlusslicht des Rankings.
Mit Blick auf ganz Österreich setzt sich der Negativtrend der letzten fünf Jahre ungemindert fort. Zu Beginn der Covid-Pandemie rutschte die Zufriedenheit von 56 (im Jahr 2019) auf 53,2 Prozent (im Jahr 2020) ab. Nach einer kurzzeitigen Erholung mit dem Höchstwert von 62,5 Prozent im Jahr 2022 sank die Job-Zufriedenheit der österreichischen Arbeitnehmer:innen wieder. Mit 54,9 Prozent nimmt sie das vierte Jahr in Folge ab und nähert sich dem bisherigen Tiefststand aus dem Jahr 2020 (53,2 Prozent). Immerhin sind die österreichischen Arbeitnehmer:innen heuer zufriedener als ihre deutschen Nachbar:innen – für Deutschland weist der Zufriedenheitsatlas 2026 einen Wert von nur 52,1 Prozent aus.
„Die Entwicklung über mehrere Jahre ist eindeutig: Die Zufriedenheit der Arbeitnehmenden in Österreich ist leicht rückläufig. Dieser Trend ist ein Signal, das Arbeitgeber ernst nehmen sollten. Gerade die großen Unterschiede zwischen Regionen und Branchen zeigen, wie unterschiedlich Beschäftigte ihre Arbeitswelt erleben. Wer als Arbeitgeber attraktiv bleiben will, sollte deshalb genau hinschauen, welche Themen in der eigenen Belegschaft und in den eigenen Bewertungen immer wieder positiv oder kritisch wahrgenommen werden. Zufriedenheit ist längst keine weiche Kennzahl mehr, sondern ein wichtiger Faktor für Arbeitgeberattraktivität und Bindung“, erklärt Sandra Bascha, External Communications von kununu in Österreich.
Über den kununu Zufriedenheitsatlas:
Für den kununu Zufriedenheitsatlas 2026 wurden 78.000 Arbeitgeber-Bewertungen in Österreich ausgewertet. Der Betrachtungszeitraum reicht vom 30. Juni 2025 bis zum 30. Juni 2026. Im Mittelpunkt steht der kununu Score. Die Zufriedenheitsquote beschreibt den Anteil der Bewertungen, in denen der Arbeitgeber mit mindestens vier von fünf Sternen bewertet wurde. Einbezogen werden Arbeitgeberbewertungen von aktuellen und ehemaligen Beschäftigten; Bewertungen von Bewerbenden und Auszubildenden werden für die Kernanalyse ausgeschlossen. Der Atlas betrachtet die Zufriedenheit im Zeitvergleich sowie nach Bundesländern, Städten und Branchen. Die Auswertungen zeigen statistische Zusammenhänge. Sie belegen keine Ursache-Wirkungs-Beziehungen.