
v.l.n.r.: Gabriele und Moritz Huth (Huth-Gruppe), Richard Angerer (TiPOS, ZAGU), Dr. Thomas Peschta (WKW, Fachgruppenobmann Gastronomie) | (c) YIELD
Wien, am 28. Mai 2026. Im Zuge des Hintergrundgesprächs wurden drei Perspektiven beleuchtet. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Gastronomiebetriebe künftig wirtschaftlich stabiler und flexibler agieren können. Vertreter:innen aus Gastronomie, Wirtschaft und Technologie diskutierten dabei gemeinsam über strukturelle Herausforderungen, operative Anforderungen und konkrete Lösungsansätze. Dabei stellte sich heraus, dass neben klassischen Kennzahlen wie Umsatz vor allem Prognosen aus Echtzeitdaten und operative Analysen an Bedeutung gewinnen. Das betrifft unter anderem Personaleinsatz, Produktivität, Wareneinsatz oder Auslastung.
Ein Thema, drei Perspektiven
Im Zentrum des Gesprächs stand die Frage, wie Gastronomiebetriebe künftig wirtschaftlich stabiler und gleichzeitig flexibler agieren können. Viele Entscheidungen würden heute noch immer stark auf Erfahrungswerten oder Bauchgefühl basieren, während gleichzeitig enorme Mengen an betriebsrelevanten Daten vorhanden seien, die oftmals ungenutzt bleiben. „Die Herausforderungen in der Gastronomie haben sich durch strenge Rahmenbedingungen massiv verändert. Steigende Kosten und Personalmangel sind in unserer Branche ein wesentliches Thema. Betriebe müssen heute schneller reagieren und Entwicklungen laufend im Blick behalten“, erklären Moritz und Gabriele Huth von der Huth-Gastronomie (Zapfmeisterei, Mama Leone, uvm.) als Gastronomievertreter:innen. „Unsere ideale Voraussetzung, bei der nichts schief gehen kann: Glückliche Mitarbeiter:innen, glückliche Gäste, und glückliche Gastronom:innen.“
Auch aus wirtschaftlicher Perspektive sei die Entwicklung klar erkennbar: Die Branche stehe unter zunehmendem Margendruck und müsse ihre Prozesse effizienter gestalten, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. „Viele Betriebe arbeiten aktuell mit sehr knappen Spielräumen. Umso wichtiger wird es, Kostenstrukturen, Auslastung und Wirtschaftlichkeit laufend analysieren zu können“, betont Wirtschaftsvertreter Dr. Thomas Peschta als Gastronomie-Fachgruppenobmann der WKW.
Richard Angerer, Geschäftsführer von TiPOS und Initiator von ZAGU, sieht darin einen grundlegenden Wandel der Branche. Digitalisierung alleine reiche heute nicht mehr aus. Entscheidend sei die Fähigkeit, aus vorhandenen Daten konkrete Handlungen ableiten zu können. Mit ZAGU, dem „Zahlen Guru“, wurde deshalb aufgrund der eigenen Herausforderungen im Betrieb eine Business-Intelligence-Lösung entwickelt, die Daten aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen zentral bündelt, analysiert und in Echtzeit verständlich visualisiert. „Das Ziel unserer BI-Lösung ist es, Gastronom:innen in einen proaktiven Betrieb zu begleiten“, so Angerer. „Daten sollen nicht kompliziert sein, sondern im Alltag dabei helfen, bessere Entscheidungen zu treffen. Anstelle des Bauchgefühls wollen wir mit ZAGU etwas Greifbares bieten und das in Echtzeit.“ Dabei geht es nicht nur um operative Optimierung, sondern auch um Zukunftssicherheit.
Das Hintergrundgespräch fand im Rahmen von Art of Cart statt, einem Event, das die Gastronomie-, Wirtschafts- und Kreativszene in Wien zusammenbringt und damit den idealen Rahmen für den Austausch über die Zukunft der Branche bot.