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Fed-Zinspoker, Frankreichs Schuldenkrise und KI-Boom auf Pump: Was Bitcoin jetzt bewegt

Stephen Coltman, Vice President und Head of Macro bei 21shares

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Wie geht es mit der US-Geldpolitik weiter? Warum spitzt sich Frankreichs Schuldenkrise zu? Und könnte der KI-Boom zum Risiko für die Finanzmärkte werden? Stephen Coltman, Head of Macro beim Krypto-ETP-Emittenten 21shares, analysiert die wichtigsten Entwicklungen der Woche und ihre möglichen Auswirkungen auf Bitcoin und andere Kryptowährungen.

22. Oktober 2026

Gleich drei Entwicklungen sorgen derzeit für Unsicherheit an den internationalen Finanzmärkten: die aktuelle Zinspolitik der US-Notenbank, die steigenden Risiken französischer Staatsanleihen und die Finanzierung des milliardenschweren KI-Booms. Für Bitcoin und andere Kryptowährungen könnte vor allem entscheidend sein, wie sich diese Entwicklungen auf die Risikobereitschaft der Anleger auswirken. 

US-Notenbank: Zinserhöhung könnte sich auf Dezember verschieben 

Nach überraschend hohen US-Kerninflationsdaten hatten die Finanzmärkte zuletzt eine weitere Zinserhöhung der Federal Reserve (Fed) bereits für Oktober in Betracht gezogen. Die Kerninflation misst die Preisentwicklung ohne die besonders schwankungsanfälligen Energie- und Lebensmittelpreise. Die Erwartungen haben sich inzwischen wieder relativiert. Fed-Chef Kevin Warsh ließ bei seinem letzten öffentlichen Auftritt vor der nächsten Zinsentscheidung offen, ob eine weitere Zinserhöhung unmittelbar bevorsteht. Damit erscheint eine Zinspause bei der nächsten Sitzung des zuständigen Offenmarktausschusses (FOMC) Ende Oktober wahrscheinlicher. Eine mögliche Zinserhöhung könnte stattdessen im Dezember erfolgen. Für Bitcoin ist diese Entwicklung relevant: Höhere Zinsen erhöhen die Attraktivität verzinster Anlagen und können risikoreichere Investments belasten. Eine Zinspause könnte dagegen kurzfristig für Entlastung sorgen. 

Frankreichs Schuldenkrise: Risikoaufschläge steigen deutlich 

Während die Renditen wichtiger Staatsanleihen im Oktober überwiegend zurückgegangen sind, entwickelt sich Frankreich gegen den Trend. Besonders deutlich zeigt sich dies am sogenannten OAT-Bund-Spread (über den wir bereits zuletzt berichteten), dem Renditeabstand zwischen französischen und deutschen Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit. Dieser näherte sich am 20. Oktober der Marke von 150 Basispunkten, also 1,5 Prozentpunkten, ein ernstes Warnsignal für Frankreichs Staatsfinanzen. Eine rasche Stabilisierung halten wir für schwierig. Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte seiner Einschätzung nach erst eingreifen, wenn die Probleme auch andere Staatsanleihemärkte der Eurozone gefährden. Gleichzeitig wären mögliche Hilfsmaßnahmen mit strengen finanziellen Auflagen verbunden. Eine weitere Eskalation könnte die Risikobereitschaft internationaler Anleger belasten. Das könnte auch den Krypto-Markt unter Druck setzen, sofern Investoren verstärkt Kapital aus risikoreicheren Anlagen abziehen. 

KI-Boom auf Pump: Oracle wird zum Warnsignal 

Neben der US-Geldpolitik und Frankreichs Staatsfinanzen rückt auch die Finanzierung des KI-Booms zunehmend in den Mittelpunkt. Angesichts hoher Investitionen in künstliche Intelligenz (KI) beobachten Anleger verstärkt die Verschuldung großer Technologieunternehmen. Besonders kritisch ist die Entwicklung beim US-Technologiekonzern Oracle. Die Kosten für sogenannte Credit Default Swaps (CDS), mit denen sich Anleger gegen Zahlungsausfälle absichern können, sind deutlich gestiegen. Sie nähern sich mittlerweile dem Niveau von Hochzinsanleihen (High Yield), die aufgrund eines höheren Ausfallrisikos entsprechend höhere Renditen bieten. Sollte Oracle seine gute Bonitätseinstufung (Investment Grade) verlieren und in den spekulativen Bereich herabgestuft werden, könnte der Konzern aufgrund seiner hohen Verschuldung zu einem der größten Schuldner am Hochzinsmarkt werden. Dies könnte die Finanzierungsmöglichkeiten kleinerer Unternehmen einschränken. Auch für Kryptowährungen wäre eine solche Entwicklung relevant: Steigende Kreditrisiken im Technologiesektor könnten eine breitere Neubewertung risikoreicher Anlagen auslösen. 

Ausblick: Risikobereitschaft bleibt entscheidend 

Während eine Zinspause der Fed kurzfristig Entlastung bringen könnte, bleiben die französische Schuldenkrise und steigende Kreditrisiken im KI-Sektor mögliche Belastungsfaktoren. Für Bitcoin und andere Kryptowährungen dürfte daher entscheidend sein, ob die Risikobereitschaft der Anleger stabil bleibt oder sich die Unsicherheit an den traditionellen Finanzmärkten weiter ausbreitet. 

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in den aktuellen Research Insights von 21shares.

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